Donnerstag, 15. August 2013

Rezension: Supergute Tage oder die sonderbare Welt des Christopher Boone
















Autor: Mark Haddon

Verlag: Goldmann

Preis: 8,95€

Seitenzahl:  283

ISBN: 978-3-442-46093-9


Christopher Boone ist ein leicht authistischer Junge. Er kennt alle Primzahlen bis 7507 und alle Länder mit deren Haupstädten. Er hasst es wenn sich Essen auf seinem Teller berührt und 4 rote Autos hintereinander bedeuten für ihn, dass es ein superguter Tag wird, während hingegen 3 gelbe Autos in Folge einen schlechten Tag voraussagen. Christopher beginnt zu schreien und um sich zu schlagen, wenn ihn andere Menschen anfassen, denn er hasst es von anderen Menschen angefasst zu werden. Dies sind aber nur einige Eigenschaften, die den 15 Jährigen ausmachen. Christopher hasst fremde Menschen, Unordnung und Überraschungen, doch genau damit wird er nach dem Mord an Wellington, dem Pudel der Nachbarin  Mrs. Shears konfrontiert. Christopher wird zunächst beschuldigt Wellington mit der Mistgabel abgestochen zu haben. 
Um den wahren Mörder Wellingtons zu finden, verlässt Christopher seine kleine Welt ....


"Es war 7 Minuten nach Mitternacht."



Der britische Autor Mark Haddon wurde 1962 in Northhampton geboren und studierte in Oxford Literatur. Heute lebt er dort mit seiner Frau und seinen Kindern. Wenn Mark Haddon keine Bücher schreibt, dann schreibt er Drehbücher für das Kinderprogramm des BBC, für dass er sogar schon zwei BAFTA bekam. Er arbeitete auch lange Zeit mit geistig behinderten Menschen. 
Mit der sonderbaren Welt des Christopher Boone gelingt Mark Haddon ein auf mich sehr authentisch wirkendes Buch über einen autistischen Jungen. Was mich sehr überrascht hat, denn oft wird mit derlei Besonderheiten in Büchern inflationär umgegangen und nur selten nähert sich die Beschreibung der Besonderheit, in dem Fall Autismus, der Realität.
Doch Mark Haddons Christopher ist anders. Christopher ist ein Antiheld, der nicht von den anderen glorifiziert wird. Im Gegenteil es wird ihm oft gezeigt, dass er durch seinen Autismus anders ist.
Der Autor schafft es dieses anders sein authentisch darzustellen, in dem er Christopher die Erlebnisse aus Christophers Sicht erzählt.
Dabei wird immer abwechselnd in den Kapiteln die Handlung weitererzählt und zurückgeschaut oder Ansichten Christophers dargelegt. So wird zum Beispiel vor dem Kapitel, in dem Christopher zum Bahnhof geht gezeigt wie Christopher sich den Weg zu diesem suchen würde. Denn er ist nun einmal kein normaler Junge und daher ist es notwendig, dass gewisse Dinge einfach erklärt werden. Aber dies macht Mark Haddon absolut spannend in dem er auch Zeichnungen zur Verdeutlichung einsetzt.
So wird durch den Einsatz der Smileys, in einem Kapitel, verdeutlicht, dass Christopher zwar Trauer und Freude erkennt, aber alle  anderen Nuancen nicht deuten kann.




Besonders schön finde ich, dass auch Christophers Leidenschaft für Mathe immer wieder Erwähnung findet und sich schon in den Kapitelnamen zeigt. Denn die Kapitel sind nicht klassisch nummeriert sondern mit Primzahlen.

Ich finde auch, dass die Beziehung zwischen Christopher und seinem Vater sehr gut dargestellt ist. An dieser Beziehung wird auch auf wunderschöne Weise gezeigt, wie schwierig autistische Kinder auch für deren Eltern sind und was für eine große Geduld dies erfordert.

Auch wenn das Buch „Supergute Tage oder die sonderbare Welt des Christopher Boone“ ein sehr ernstes Thema behandelt musste ich immer wieder schmunzeln. Denn die Geschichte zeigt letztendlich auf eine gewisse Art und Weise einen Jungen der Detektiv spielt, wie jedes normale Kind. Und der bei diesem Abenteuer seine Mauern verlässt und eine unbekannte Welt erkundet.

Ich kann Euch dieses Buch sehr empfehlen, denn es hat mich sehr fasziniert und berührt. Ich hoffe, dass ihr auch solchen Spaß mit dem Buch habt wie ich.


Das Buch "Supergute Tage oder die sonderbare Welt des Christopher Boone" ist ein Buch, welches sowohl Jüngeren Spaß beim Lesen macht, als auch Älteren. Es bietet einen phantastischen Einblick in die Welt eines Authisten und bekommt daher von mir 5 von 5 Federn.




Eure Noa

:) :( :-/ :-* :-O X( :7 :-c ~X(

Kommentare:

  1. Hey das Buch habe ich auch mal gelesen! :) So mit 14, 15 ca. Seit dem interessierte mich das Thema Autismus sehr und seitdem ist es auch mein Wunsch mit autistischen Kindern zu arbeiten, ein Wunsch der vielleicht bald in Erfüllung gehen wird.
    Ich muss auch heute immer noch an das Buch denken wenn ich im Straßenverkehr unterwegs bin und drei oder vier rote Autos nebeneinander stehen sehe. Dann denke ich mir immer: heute muss ein guter Tag sein, das würde zumindest Christopher Boone sagen. ;)
    Einzig allein die Beschreibung "leicht autistischer Junge" finde ich unpassend, denn Christopher ist allem Anschein nach Asperger-Autist, was eine Variation des Autismus darstellt.

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  2. Ja, ich fande das auch total spannend. Was willst du denn machen?
    Und ich fande die Beschreibung leichter Autis auch immer merkwürdig, aber um das zu wiederlegen kenne ich mich zu wenig in der Materie aus. Daher habe ich einfach auf den Klappentext vertraut.

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  3. Ich studiere Sonderpädagogik und habe vor mit autistischen Kindern in Kleingruppen zu arbeiten und falls das nichts wird, dann werde ich wahrscheinlich an einer Förderschule arbeiten. :)

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